Der Winter hat für gewöhnlich den Vorteil, dass man während dieser Jahreszeit relativ wenig Touristen an der Ostseeküste finden kann. Dementsprechend wenig Andrang herrscht dann auch an den Kassen der Museen und Ausstellungen, deren Besuch sich deutlich angenehmer gestalten lässt. Ins Ozeaneum wollte ich erst rein, wenn die Pinguine auf dem Dach ihr neues Zuhause gefunden haben sollten. Da dieses aber erst letztes Jahr passierte, waren die Schlangen vor dem Eingang immer recht lang, besonders während des Sommers, weshalb ich mich von diesen Menschenmassen von einem Besuch habe abhalten lassen und diesen dann lieber in den Winter verlegt habe. Die Entscheidung war auch klug durchdacht, denn bei meinem Besuch gab es trotz schönem Wetter keinen allzu großen Andrang vor dem Ozeaneum, so dass sich das Durchwandern der Ausstellungsräume dieses Museums äußerst angenehm gestaltete.Dabei muss ich aber auch bemerken, dass ein frühes Erscheinen kurz nach der Öffnung unterstützend wirkte, da es um die Mittagszeit dann doch noch deutlich voller wurde. Die Architektur des Ozeaneums ist recht interessant, obwohl ich die lange Rolltreppe, welche die Länge eines Wals besitzt, dann doch für mich etwas gewöhnungsbedürftig war. Die Ausstellung war aber dann doch noch nicht wirklich fertig, denn bei recht vielen Schautafeln waren interaktive Elemente für die Zukunft angekündigt und mehrere Aquarien wurden umgestaltet, auch dasjenige, durch welches man durchgehen kann. Aber wenigstens war das große Schwarmfischbecken in Betrieb, denn wenn man davor steht, ist dieses sehr beeindruckend. Die Pinguine auf dem Dach wurden gerade gefüttert, weshalb ein recht großer Andrang auf der Dachterrasse des Ozeaneums herrschte. Von hier oben hat man auch einen guten Blick auf die Altstadt von Stralsund, obwohl ein Blick auf den Strelasund wäre dann doch deutlich maritimer gewesen.
Da ich mich bei meinen Besuchen in der Nachbarstadt auch immer in einem Restaurant in Stralsund kulinarisch verwöhnen lasse, ging es an diesem Tag in das Valentins, welches sich direkt beim Heilgeistkloster Stralsund befindet. In die Auswahl kam es nicht nur aufgrund der relativ räumlichen Nähe zum Ozeaneum, sondern auch aufgrund der angebotenen Gerichte. Die Speisekarte des Restaurants war überschaubar und die Auswahl der Speisen abwechslungsreich und kreativ. Aufgrund meiner Erfahrungen mit dem Erkennen von guten Restaurants, wählte ich das Valentins aus und wurde geschmacklich nicht enttäuscht.
Anschließend ging es in das Meereskundemuseum, welches zu DDR-Zeiten zum Pflichtprogramm bei Klassenausflügen gehörte. Da wurden Erinnerungen wach, denn vieles hat sich seitdem nicht verändert, jedenfalls nicht grundlegend, wenn man von ein paar Umbauten absieht, welche das Haus barrierefrei gemacht haben. Das Walskelett hängt wie damals noch an der Decke der ehemaligen Klosterkirche und im Keller des Museums findet man eine Menge an Aquarien. Wie auch im Ozeaneum war der Besucherandrang überschaubar, was den Rundgang durch die Ausstellungsräume angenehmer werden lies. Positiv ist auch das Angebot an Kombinationstickets, welches den Tag ein par Euro billiger werden lies. Den Abschluss des Ausfluges bildete dann eine Kaffeepause auf dem Alten Markt von Stralsund, wo man schon wieder draußen sitzen konnte, was während der Zeit ganz angenehm war, als die Sonnenstrahlen noch den Platz erwärmten. Erst als sie hinter den Dächern verschwand, wurde einem erst wieder bewusst, dass es eigentlich noch immer Winter ist.