Ein Museumstrip in Stralsund

Es ist zwar jetzt erst Anfang Februar, aber die Reisesaison hat in diesem Jahr für mich schon begonnen. Das derzeitige Wetter ist zwar alles andere als motivierend um vor die Haustür zu gehen, es sorgt aber auch für einen niedrigen Andrang bei bestimmten Angeboten, wie ich es am letzten Wochenende erleben durfe, als ich mich am Sonntag dazu aufraffte, um einmal wieder nach Stralsund zu fahren. Diesesmal hatte ich vor die Angebote des Kulturhistorischen Museums wieder zu besuchen. Ich kannte zwar schon das meiste davon, ein paar neue Informationen kann man aber bei jedem weiteren Besuch sammeln. Das erste Ziel war das Museumshaus in der Mönchstraße, einem historischen Wohnspeicherhaus, in welchem man die bautechnische Geschichte des Hauses über mehrere hundert Jahre nachvollziehen kann. Da nicht nur die Stadt recht menschenleer war, war es auch verstädlich, daß ich der einzige Besucher dieser Ausstellung war. Auf mich kamen rein zahlenmäßig drei Mitarbeiterinnen. Das Verhältnis von Besuchern zu Museumsmitarbeitern änderte sich auch bei der nächsten Ausstellung nicht, welche ich anschließend besuchte. Der Museumsspeicher in Stralsund ist flächenmäßig zwar viel größer als das Museumshaus, die Besucher standen dort aber auch nicht Schlange.

Bildung macht hungrig und da wir schließlich an der Ostseeküste leben, ist der Fisch besonders frisch und daher ging es diesesmal in die Hiddenseer Hafenkneipe, welche sich auf der Stralsunder Hafeninsel befindet. Die Einrichtung dieses Restaurants ist maritim, die Portion des von mir bestellten Essens fiel auch recht groß aus. Langsam begann die Stadt zum Leben zu erecken und auch die übrigen Tische füllten sich nach und nach. Meine Meinung, daß wenn man ein Restaurant in Stralsund besuchen möchte, dann sollten schon ein paar Fischgerichte auf der Speisekarte stehen, teilten wohl auch die meisten anderen Leute, denn anders ausgerichtete Lokalitäten waren an diesem Tag deutlich leerer.

Gestärkt ging es am frühen Nachmittag dann wieder einmal ins Kulturhistorische Museum von Stralsund, wo leider ein Wasserschaden im Dach einen kleinen Teil der Ausstellung unzugänglich gemacht hatte. Ansonsten war es fast der selbe Zustand wie in den anderen Teilen des Museums. Während meines Besuches war ich ständig allein in den großen Ausstellungsräumen, wenn man von den Aufsehern absieht, und erst beim Verlassen des Museums kamen andere Besucher. Naja egal, den Kulturtipp ließ ich im Quaarkini Kaffepott ausklingen, welches in einem alten Giebelhaus in der Mühlenstraße befindet. Dieses ist ein im schwedischen Stil gestaltetes kleines Café, in welchen man Bücher lesen und Keramik und andere Dinge erwerben kann. Letztendlich muss ich sagen, daß sich ein Museumstrip außerhalb der Saison recht stressfrei gestalten kann, so daß ich soetwas wohl noch häufiger in den nächsten Monaten machen werde, bevor das im Frühling aufkommende Grün mich wieder vermehrt in die Natur ziehen wird.