Bei der 24-Stunden-Vorlesung

Am Wochenende war wieder einmal die 24-Stunden-Vorlesung vom AStA. Ich hatte davon erst am Donnerstag durch eine kurze Ankündigung im Webmoritz etwas mitbekommen. Anscheinend hatten andere Leute dasselbe Problem damit, denn ich fand die Besucherzahlen im Vergleich zu früheren Veranstaltungen doch etwas schwach. Vielleicht lag es dann doch an der Themenauswahl, welche zum Teil dann doch etwas langweiliger waren. Mir kam es jedenfalls zugute dass während der Nacht keine Vorlesungen liefen, welche mich interessierten, weshalb ich zwischenzeitlich nach Hause gehen konnte, um mich etwas zu erholen. Die Zeiten sind inzwischen vorbei, wo ich vom Anfang bis zum Ende den Ausführungen gelauscht habe … man wird ja leider nicht mehr jünger.

Begonnen habe ich bei der diesjährigen 24-Stunden-Vorlesung mit dem Vortrag von Hans-Jürgen Schumacher über den jüdischen Geschäftsmann Moses Helmstedt welcher in den Jahre 1683 bis 1700 in Greifswald lebte und dessen Lebensgeschichte er in einem historischen Roman mit dem Titel der Jude von Greifswald verewigte. Der zweite und letzte Vortrag des Abends behandelte die Raubritter zwischen Elbe und Uecker, wobei mich das sehr mehr interessierte und auch viel wissenschaftlicher, aber trotzdem nicht langweilig präsentiert wurde. Die vier Stunden Vorlesungszeit reichten mir dann doch erst einmal und elf Stunden später ging es dann mit einem psychologischen Thema zu Vertrauen weiter, gefolgt von einer Vorlesung über Phraseologismen und ihrer Herkunft, welche Prof. Dr. Harry Walter sehr interessant und unterhaltsam hielt. Gut war auch dass er an die interessierten Besucher ein Heft mit zahlreichen Beispielen verteilte, damit man auch später noch etwas nachlesen konnte.

Dann ging es um das Thema Kommunikation mit der Kommunikationstrainerin Christiane Bannuscher, welche den Ansatz vertrat, bei Diskussionen statt der Du-Form die Ich-Form zu kommen, um eine bessere Kommunikation zu ermöglichen. Bei der Vorlesung über die Krankheiten, welche zu einen passen, welche übrigens im Verhältnis zu den anderen besuchten Vorlesungen der 24-Stunden-Vorlesung proppenvoll war, mich aber etwas enttäuschte, hatte ich mir etwas anderes vorgestellt, genauso wie die über dem despotischen Machiavellismus, welche mich wiederum positiv überraschte, denn die Thematik der Vorlesung klang etwas langweilig, die Vorlesung war es dann aber doch nicht. Die letzte Veranstaltung behandelte das Thema Seefahrt, und zeigte einige Skurrilitäten auf.

Die 24-Stunden-Vorlesung an der Universität Greifswald war vor einigen Jahren aus Protest gegen Sparpläne der Landesregierung ins Leben gerufen und sollte der Öffentlichkeit die Vielfalt der Wissenschaften präsentieren, welche an der hiesigen Universität gelehrt werden. Diesen ursprünglichen Ansatz habe ich dann dieses Mal doch etwas vermisst. Zum einen gab es relativ viele auswärtige Redner, zum anderen war die Öffentlichkeit dann wohl doch etwas uninformiert. In den ersten Jahren waren die Plätze in den Hörsälen selbst bei den Vorlesungen in der Nacht fast vollständig besetzt, dieses Jahr waren selbst bei einigen Vorlesungen am Tage nur wenige Zuhörer. Positiv ist aber zu erwähnen, dass es immerhin noch einige Leute gibt, welche sich ehrenamtlich engagieren, damit es solche Veranstaltungen überhaupt geben kann. Leider werden es von Jahr zu Jahr immer weniger …