Königin-Louise-Route

Am letzten Wochenende ging es mal wieder etwas weiter, dieses Mal führte mich die Reise sogar in das befreundete Ausland, genauer genommen Brandenburg. Reinhold Grebe singt zwar in seinem Lied, dass man sich Essen Einpacken soll, da es nach Brandenburg geht, was ich schlichtweg ignorierte, da ich für gewöhnlich um 7.30 noch nicht in der körperlichen und geistigen Verfassung bin feste Nahrung aufzunehmen, das Schmieren von Leberwurstbrötchen schließt sich in diesem Zustand ebenfalls aus, weshalb ich mich mit leerem Magen auf den Weg machte. Bei diesem Ausflug war ich nicht allein, Dirk, Christian und Andreas waren mir eine fachkundige Begleitung bei diesem Ausflug, welche hauptsächlich Architektur und Gartengestaltung umfasste.

Die Königin-Louise-Route ist eine offizielle Route, bei welcher man verschiedene Orte in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg besucht, an welchem die Königin Louise von Preußen, die allererste Königin der Herzen, welche während und der Besetzung Preußens durch Napoleon das prominenteste Opfer war. Da man diese an einem Tag nicht schaffen kann, machten wir nur die nördlichen Ziele, wobei wir erst in Richtung Süden fuhren und uns dann langsam wieder Richtung Norden hochgearbeitet haben. Das erste Ziel was nach über zwei Stunden Autofahrt vor unseren Augen in der Morgensonne erstrahlte war das Schloss Meseberg, welches heute als Gästehaus der Bundesregierung genutzt wird. Während anscheinend im Inneren keine abgeschobenen Gäste von Angies Gnaden das Schloss belebten, blieb uns nur ein kurzer Gang um das Haus, welches man nicht besichtigen kann. Von der Seeseite hat man einen tollen Blick auf das Barockschlösschen, welches im Morgennebel vor uns lag.

Und weiter ging es in den Park von Schloss Rheinsberg. Dieser Park ist ein schönes Beispiel für einen barocken Lustgarten, welcher bis heute erhalten geblieben ist. Da wir schon recht früh dort waren, liefen uns nicht viele Leute über den Weg beziehungsweise den Kameras. Das leicht gefärbte Laub, welches sich zum Glück noch an den Bäumen befand, tauchte den Park in ein herbstliches Licht, was bei der inzwischen herrlich strahlenden Sonne eine schöne Kombination war. Mit der Zeit füllte sich der Park, wobei die meisten davon sich vor dem Schloss tummelten. Der Besuch im Museumsschloss war recht ernüchternd. Die meisten der Angebote waren recht überteuert und vieles recht kitschig. An ausreichender Gastronomie mangelte es dort auch, alles war reserviert, nur draußen war noch Platz. Bei unter 10 Grad Außentemperatur stand es dann 2:2 weshalb es dann schon in Richtung Mirow ging, wo wir dann ein Restaurant aufsuchen wollten.

Im kleinen Städtchen Mirow war das Ziel die Schlossinsel, auf der man auch das Seehotel finden kann, in dessen Keller sich ein Restaurant mit einem Angebot an Hausmannskost befindet. Die Portionen dort waren sehr groß, vom Preis her in Ordnung und deutlich billiger als in Rheinsberg. Ich gönnte mir daher dann auch einen Obstbrand von der Gutsbrennerei Zinzow als Absacker, bevor es dann zur Besichtigung der Schlossinsel ging. In der Kirche besuchten wir die Gruft der Herzöge von Mecklenburg-Strelitz, den Kirchturm bestiegen wir nicht. Ich hasse wie schon öfters freistehende Treppen und selbst wenn es dort auch ein Museum gibt, ist das ein Grund dort nicht hinauf zu kraxeln. Auf der Liebesinsel konnte ich einen Showtouristen spielen. Der NDR drehte für das Nordmagazin einen Beitrag über Paddeltouren in Mecklenburg-Vorpommern. Da recht wenig Leute vor Ort waren wurde ich gefragt, ob ich mal mitspielen würde, damit es voller ausschaut. Manchmal bin ich eine Rampensau und das war ja nicht so die Herausforderung. Jedenfalls falls mich jemand im Nordmagazin sehen sollte, der Tourist hinter mir ist der Regisseur des Beitrages.

Der nächste Abstecher ging in den Park von Neustrelitz. Dieser ist recht überschaubar und war deutlich belebter als die anderen Ziele mit Ausnahme von Schloss Rheinsberg. Viel gab es nicht zu sehen, die Gebäude wurden gerade alle saniert, also auch kein Tag für schöne Bilder. Im Schloss Hohenzieritz, in welchem Louise, Königin der Herzen, verstarb, wurden gerade die Türen verrammelt als wir dort ankamen. Es blieb daher nur ein kurzer Spaziergang im Park, welcher schon von den langen Schatten der Bäume heimgesucht wurde. Allmählich wurde es Zeit für die fahrt in Richtung Heimat. Auf der Königin-Louise-Route gibt es einige schöne Ziele. Diese sind aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht sehr gut erreichbar, schon gar nicht an einem Tag. Schade eigentlich …