Von Sellin nach Baabe

Seebrücke SellinWer etwas Eisenbahnromantik in seinem Urlaub spüren möchte, der sollte wie ich eine Fahrt mit dem Rasenden Roland unternehmen. Mit dieser historischen Eisenbahn, welche schon über hundert Jahre auf dem Buckel hat, kommt man nicht unbedingt sehr viel schneller als mit einem guten Fahrrad vorwärts, dafür ist diese Fahrt deutlich entspannter und der Charme der alten Reisezüge ist dann doch noch etwas ganz Besonderes. Wo sonst kann man heutzutage noch ungestört auf die Schienen kacken? Da das Ostseebad Sellin nicht so gut durch die Deutschen Bahn angebunden ist, fuhr ich vom Bahnhof von Putbus los, in welchem es auch ein kleines Eisenbahnmuseum gibt, in welchem man völlig kostenlos sich die ausgestellten Waggons und Lokomotiven anschauen kann. So eine Zugfahrt ist schön romantisch, die qualmende und schnaufende Lok, die rustikalen Personenwagen und die schöne Landschaft der Insel Rügen, welche langsam an einem vorüberzieht. Nachdem der Rasende Roland das Jagdschloss Granitz passiert hatte, war es nicht mehr allzu weit bis zum Bahnhof des Ostseebades Sellin.

Dort angekommen war es ein recht weiter Weg bis zum Zentrum, da der Ort sich nicht entlang der Küste erstreckt, sondern mehr ins Landesinnere. Im Zentrum angekommen besuchte ich erst einmal das Bernsteinmuseum in Sellin. Dieses kleine privat betriebene Museum ist zwar nicht so groß wie das in Deutsche Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten, dafür erklärt einem die Chefin die Ausstellung bei Bedarf auch persönlich. Weitere Museen als dieses Bernsteinmuseum gibt es in Sellin leider nicht, weshalb mein museales Kulturprogramm für diesen Tag schon zu Ende war. Das nächste Highlight war die Promenade, welche zur Seebrücke führt. Die Bäderarchitektur der Häuser macht schon etwas her und erinnert noch heute an den Glanz der alten Zeiten. Am Ende der Promenade befindet sich am Fuße der Steilküste die Seebrücke. Die Seebrücke von Sellin ist schon recht beeindruckend. Selbst von oben herab wirkt dieses Bauwerk noch sehr imposant auf die Betrachter. Es ging erst einmal die Treppen herunter, gezählt habe ich die aber nicht, und dann bis ans Ende der Seebrücke. Von dort aus sieht man nicht mehr viel von den Häusern des Ostseebades, welche sich hinter der Klippe verstecken.

Dann ging es erst einmal wieder die Stufen hinauf, welche ich zuvor absteigen musste. Ziemlich fertig ging es dann den Höhenwanderweg entlang, welcher mich bis zu Strandpromenade von Baabe führte. Das Ostseebad Baabe ist im Verhältnis zum bevölkerten Sellin ein recht beschaulicher Ort. Schön ist hier die Promenade welche durch den Ort führt und mit Rosenranken gestaltet wurde. Gefährlicher wurde es beim Fußgängerübergang, denn anscheinend kannte keiner der unverschämten Autofahrer die Regeln der StVO, sondern alle rasten völlig ignorant daran vorbei. Im Zentrum von Baabe suchte ich den Buchkiosk von Ulrich Müther, an welchem ich fast vorbeigelaufen wäre, da er sich zwar an der Promenade das Ostseebades Baabe befindet, aber dort fast unscheinbar hinter einem Gebüsch versteckt steht.

Von Baabe aus ging ich am Strand entlang nach Sellin. Leider war es nicht ganz so angenehm, denn unterhalb der Steilküste war der Strand sehr steinig und das Barfußlaufen entwickelte sich dann doch etwas zu einer unangenehmen Fußmassage. Bei der Seebrücke in Sellin angekommen nutzte ich für den Aufstieg den Fahrstuhl, denn ein zweites Mal wollte ich an diesem Tag nicht mehr diese Hürde nehmen. Von Sellin aus ging es wieder in Richtung Putbus, wobei mir dieser Fußmarsch dann doch gereicht hat und ich deshalb am nächsten Tag dann doch lieber wieder auf das altbewährte Fahrrad als Fortbewegungsmittel umgestiegen bin.