Tagesausflug nach Wismar

WismarWas macht man wenn man nicht schlafen kann und schon um drei Uhr wach ist und alle Versuche Einzuschlafen scheitern? Richtig, man nimmt den allerersten Zug in Richtung Wismar. Ich wollte dort eh mal wieder in diese alte Hansestadt und bisher schreckte mich die lange Fahrzeit mit der Bahn immer davor ab. Allein bis Rostock sind es schon zwei Stunden, bis man in Wismar ist vergeht noch eine weitere Stunde. Insgesamt sind das dann also gut drei Stunden Fahrzeit. Drei Stunden hin, drei Stunden zurück. Zudem fährt von Rostock nur alle zwei Stunden eine Regionalbahn Richtung Stralsund, was die Rückfahrt um eine weitere Stunde verlängert. Sieben Stunden Fahrtzeit sind doch schon etwas heftig. Da der erste Zug etwa halb sechs aus Greifswald startete, kam ich schon um 8:30 Uhr am Bahnhof von Wismar an. Leider war das Wetter etwas bedeckt und auch schon etwas kühl.

Durch die frühe Ankunftszeit war ich also mal wieder fast völlig alleine in den Straßen der Altstadt von Wismar unterwegs. Ein Bäcker in der Einkaufsstraße hatte geöffnet und einige Leute gingen dorthin, um sich ihre Brötchen fürs Frühstück zu holen. Gut für mich, so konnte ich in Ruhe die Altstadt erkunden. Bis die Museen in Wismar ihre Pforten öffneten war es noch gut anderthalb Stunden Zeit, in welcher ich die wichtigsten Bauwerke der Stadt von Außen bewundern konnte. Die Altstadt der Hansestadt Wismar gehört zusammen mit der Altstadt von Stralsund zum Weltkulturerbe der UNESCO, was man auch verstehen kann, nur sollten ein paar Baulücken geschlossen werden, damit das Stadtbild etwas perfekter wird.

Auf dem Stadtrundgang standen unter anderem das Wassertor, welches sich am alten Hafen der Stadt befindet, in dem auch eine Kopie der Poeler Kogge liegt, und die Heilgeistkirche, die dort in der Nähe zu finden ist. Leider war die Heiligengeistkirche an diesem Tage geschlossen. Nach ein paar Runden durch die gepflasterten Straßen der Altstadt wurde es Zeit für den Kulturtrip. In der Touristeninformation gab es gutes Material mit einer Karte der Altstadt und den darauf verzeichneten schönsten und wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Wismar. Das finde ich sehr hilfreich und praktisch, wenn man wie ich nur mit einer Kamera bewaffnet durch die Gegend fährt. Als erstes stand ein Besuch im stadtgeschichtlichen Museum an, welches sich im sogenannten Schabbelhaus befindet, welches einer der ältesten Renaissancebauten in Deutschland ist. An diesem Tage war der Eintritt in das Museum sogar für umsonst, was zu meiner Freude meine Reisekasse etwas schonte. Das Museum ist recht klein, weshalb ich recht schnell im nächsten Museum angekommen bin. Dieses befindet sich im Keller des Rathauses und zeigt eine Präsentation über die Zeit der Hanse.

Inzwischen war es Zeit für ein Mittagessen. Und wo geht man am besten in Wismar hin, wenn man sich nicht auskennt? Natürlich in das Restaurant Alter Schwede, welches einen sehr guten Ruf hat und mir von einem Kollegen empfohlen wurde, welcher in der Hansestadt Wismar aufgewachsen ist. Dieses Restaurant befindet sich im gleichnamigen Giebelhaus mit diesem Namen, welches direkt am Markt von Wismar zu finden ist. Erkennbar ist es an dem Gesicht eines Schwedenkopfes und der schwedischen Flagge an der Fassade. Das Restaurant Alter Schwede ist im Inneren sehr rustikal eingerichtet, was auch gut zum Äußeren des Hauses passt. Das Essen war gut, ich gönnte mir übrigens ein leckeres Fischgericht. Und als ich auf den Markt schritt was war da plötzlich draußen los? Sonnenschein! Während ich mein Essen im Alten Schweden genossen habe verzogen sich die Wolken und die Sonne strahle. Also ging ich noch mal eine Runde durch die Stadt um mir bessere Bilder für meinen Reiseführer für Mecklenburg-Vorpommern zu schießen. Wenn ich die Bilder vom Vormittag und die vom Nachmittag vergleiche, dann kann man denken, dass es zwei verschiedene Tage waren, an denen ich in Wismar weilte. Die Wasserkunst auf dem Marktplatz wirkte im Sonnenschein völlig anders und glitzerte zudem sehr ansehnlich. Schade nur dass der Marktplatz auch als Parkplatz genutzt wird, denn so verliert er etwas von seinem Charme.

Im Turm der Marienkirche in Wismar, welcher nur noch als Rest der ehemals so stolzen und größten Kirche der Stadt erhalten geblieben ist, konnte man sich einen 3-D-Film über die Geschichte der Backsteingotik ansehen, welcher auch kindgerecht gestaltet wurde. Eine schöne Idee finde ich und für diese Zwecke auch gut umgesetzt. Die Straße vor dem Fürstenhof wurde gerade saniert, weshalb ich davon nicht so gute Bilder machen konnte, bevor ich in die Georgenkirche von Wismar gehen konnte, welche gerade aufgebaut wird. So ein ungestaltetes Kirchenschiff wirkt von Innen wie zur Zeit der ursprünglichen Errichtung der Kirche. Die Nikolaikirche wurde gerade noch anderweitig genutzt, weshalb ich nicht in dieser für eine Besichtigung war.

Zum Abschluss der Stadtbesichtigung ging es zum alten Hafen von Wismar. Ich hätte eine Fahrt mit der Poeler Kogge machen können, hätte dann aber die letzte Bahn nicht mehr geschafft. So fiel die Option eines Schiffsausflugs auf der Ostsee leider aus. Im Hafen tummelten sich zahlreiche Wismarerinnen und Wismarer, welche das schöne Wetter für einen nachmittäglichen Spaziergang nutzen und bis zur Hafeneinfahrt wanderten. Die berühmten Schwedenköpfe, mit welchen sich die Hansestadt Wismar touristisch vermarktet. Da Wismar genauso wie Vorpommern jahrhundertelang zum Königreich Schweden gehörte, findet man auch in dieser Hansestadt zahlreiche Spuren aus dieser Zeit. Inzwischwn wurde es aber Zeit für einen Aufbruch und nach vier Stunden Fahrt kam ich dann wieder in der Heimat an.