Eigentlich hatte ich ja vor in Richtung Süden zu fahren, aufgrund der schlechten Abfahrtzeiten mit der Bahn hätte ich die geplante Tour nicht an einem Tag schaffen können, da dafür die Öffnungszeiten der angedachten Museen dann doch recht ungünstig ausfielen. Also spontan entschied ich mich dann für eine Fahrt in Richtung Westen, genauer gesagt die Hansestadt Rostock. Zum einen kommt man dank der günstigeren Abfahrtzeiten sogar etwas früher dort an, zum anderen war das Wetter bei meinen letzten Aufenthalten in der einzigen Großstadt von Mecklenburg-Vorpommern nie wirklich optimal, beziehungsweise ich immer irgendwie organisatorisch eingeplant. Richtig vie Zeit hatte ich eigentlich nie bei den Besuchen gehabt, so dass ich dieses Manko endlich einmal ausbügeln wollte. Dank einer Fahrt an einem Vormittag inmitten einer Woche außerhalb der Saison, war der Zug ungewöhnlich leer. Ich kannte bisher ja eigentlich immer nur übervolle Züge, welche von Stralsund in Richtung Rostock beziehungsweise andersrum fuhren. Da war diese Tour dann doch endlich einmal eine angenehme Abwechslung.
Das erste Ziel meiner Tour durch die Stadt war der große Wasserturm. Der Wasserturm in Rostock ist nicht nur groß, sondern auch ungewöhnlich aufwendig gestaltet und erinnert eher an einen Turm einer Burg als an den eigentlichen Zweck das notwendige Wasser für die Stadtbevölkerung zu speichern. Über den Rosengarten ging es dann am Steintor vorbei immer die Stadtmauer entlang, bis zur Petrikirche. Diese Kirche ist zwar die kleinste Kirche der Stadt, dafür besitzt sie eine Aussichtsplattform unterhalb der gotischen Kirchturmspitze. Positiv ist die Möglichkeit hier den Fahrstuhl bis nach oben zu nehmen. Warum sollte man eigentlich die Treppen hochsteigen, wenn der Fahrstuhl eh im Preis für die Turmbesteigung mit drin ist, zudem konnte ich so auch problemlos nach dort oben gelangen. Von dort oben hat man einen schönen Blick über die Altstadt von Rostock, die Löcher in den Gittern, welche für die Kameras vorgesehen sind, waren aber recht weit oben angebracht, so dass das Fotografieren dann doch recht anstrengend war. Sehr viel kleiner hätte ich nicht sein dürfen, dann hätte ich keine Chance dafür gehabt.
Dann ging es immer quer durch die Altstadt, welche trotz des Wochentages sehr belebt war. Touristen gab es genug, so dass man eigentlich nie irgendwelche einsamen Straßen hätte finden können. Wenn man recht selten irgendwo ist, so sieht man meistens immer nur dieselben Dinge. Wenn man dann einmal von der gewohnten Route abweicht, findet man auch einige interessante Bauwerke und andere Besonderheiten. Die eine kleine Kirche, in welcher heutzutage die Bibliothek der Universität Roistock untergebracht ist, war mir vorher nie aufgefallen. Für gewöhnlich läuft man ja vom Marktplatz die Kröpeliner Straße entlang, bis zum von ignoranten Wessis als Pornobrunnen verschmähten Brunnen der Lebensfreude auf dem Universitätsplatz. Ein Ort an den man für gewöhnlich auch hingeht ist der Stadthafen von Rostock. Man kann dort die Promenade von einem Ende zum anderen Entlanglaufen, und einige interessante Dinge sehen.
Nach dem Besuch des Hafens welcher relativ menschenleer war, hauptsächlich fand man nur Möwen vor, welche die Bootstege mit ihren Hinterlassenschaften verzierten. Im Kröpeliner Tor, welches sich am Ende der belebten Einkaufsstraße von Rostock befindet, ist auch ein kleines Museum über die Zeit des zweiten Weltkrieges und der mittelalterlichen Stadtbefestigung von Rostock. Leider waren die Fensterscheiben dort oben sehr fleckig, so dass man kein anständiges Bild von der Kröpeliner Straße machen konnte. Zum Abschluss des Rundganges war ich noch in der Marienkirche, welche im Vergleich zu den anderen beiden großen Kirchen von Rostock eine deutlich prächtige Ausstattung zu bieten hat. Die Rückfahrt war dann auch recht angenehm, der Zug war zwar voller als wie auf der Hinfahrt, dafür gab es ohne Probleme noch einen Sitzplatz, was bei den Zügen der Deutschen Bahn leider nicht mehr selbstverständlich ist.