Radtour nach Barth und auf dem Darß

Die schönen Herbsttage, welche leider nicht mehr so zahlreich gesät sind, muss man ausnutzen, wenn man die Chance dazu hat. So kam es dann auch dass ich mir kurzfristig ein paar Urlaubstage nehmen konnte, welche ich zu Ausflügen in die nähere Umgebung nutzen konnte. Da man in der Woche nicht so optimal mit dem Mecklenburg-Vorpommern-Ticket verreisen kann, war die Auswahl an Zielen nicht so sehr groß, wobei eine Fahrt in Richtung Norden von den Verbindungen deutlich günstiger war. Die Wahl meiner Reise fiel somit auf die Vinetastadt Barth und die benachbarte Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Da ich mehr in Hinterland wollte, bot sich daher auch eine Radtour durch die Gegend an. Dank der wenigen Urlauber, welche es derzeitig hier nur noch gibt, war der Zug recht leer und ich kam stressfrei in Barth an.

Die Stadt Bart ist ein Ort an welchem man nicht vorbeikommt, wenn man aus östlicher Richtung auf die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst möchte. Ich war zwar schon öfters in der Stadt, aber eher auf dem Bahnhof, zum Umsteigen in den Bus, welcher von Barth aus auf der Halbinsel in Richtung Ribnitz-Damgarten verkehrt. Daher wurde es auch einmal Zeit mir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten genauer anzuschauen. Bei der Besichtigung der Stadt findet man einige mittelalterliche Bauwerke. Das größte Gebäude ist die Marienkirche, welche das Stadtbild dominiert. Das adlige Fräuleinstift, welches sich an der Stelle des ehemaligen Herzogsschlosses befindet, ist auch recht imposant für eine solche kleine Stadt. Von der mittelalterlichen Befestigungsanlage findet man außer einer paar Wallresten noch den Fangelturm und das Dammtor, welches als einziges Stadttor erhalten geblieben ist. Beschaulich waren auch der kleine Hafen der Stadt und der Marktplatz. Bevor es aber weiter ging, war noch ein Besuch im Vinetamuseum von Barth angesagt. Der Name ist etwas sehr übertrieben, denn nur ein Bruchteil der Ausstellung des Vinetamuseums beschäftigt sich überhaupt mit der Legende von der untergegangenen Stadt Vineta.

Weiter ging es mit dem Fahrrad in Richtung Ostseebad Zingst. Der Radweg ist etwas ungünstig zu finden, wenn man zum ersten Mal diesen nutzen möchte. Man muss erst eine Weile in Richtung Ribnitz-Damgarten fahren, bevor dann der Radweg in Richtung Norden abgeht. Auf der Karte sieht zudem immer alles so klein aus, der reale Weg war aber dann doch recht lang, da man, wenn man nach Born möchte, den recht langen Umweg über Zingst und Prerow fahren muss, da es keine direkte Verbindung von der Meiningenbrücke in Richtung Westen gibt. Der zu fahrende Weg war also deutlich länger als gedacht und auch noch anstrengender, da die ganze Zeit der Wind von vorne kam. Zudem flogen die Mücken an diesem Tage recht zahlreich und waren in dieser starken Konzentration eine unwillkommene Zwischenmahlzeit. Eine Brille sollte ich mir für die nächsten Fahrten wohl auch noch einstecken.

Ich fuhr erstmal zum äußersten Ort meiner Route, welches das beschauliche Dörfchen Born war. Hier besuchte ich das Jagdmuseum Born, welches in einer ehemaligen Försterei untergebracht ist. So groß war es nun auch wieder nicht, so dass es weiter mit der Besichtigung der Gegend weiter ging. In Born gibt es leider keine anständigen Radwege. Nur einen schmalen kombinierten Rad-und Fußweg, welcher eine Zumutung ist, wenn man solche Schnarchnasen vor sich hat, welche das Wort Radwandern falsch verstanden haben. Ich frag mich manchmal auch, wie die Leute es schaffen, bei einer solchen Geschwindigkeit nicht mit ihrem Fahrrad umzukippen. Das nächste Ziel war das Dörfchen Wieck. Hier findet man die Darßer Arche. Bei dieser Ausstellung zum Nationalpark hätte ich eine größere Ausstellungsfläche erwartet, als ich sie vorfand. Wenigstens kam ich in diese Ausstellung etwas günstiger als üblich rein.

Der Rückweg nach Barth war deutlich beschwerlicher, denn nicht nur der Wind war stärker, welcher mir die ganze Zeit von vorne entgegenwehte, die Wege waren leider auch voller Leute, welche erstens vom Fahrradfahren und zweitens von der StVO so gut wie keinen Schimmer hatten. So blöd wie manche Zeitgenossen sind, kann man gar nicht denken. Das harmloseste an diesem Tag war noch ein potentielles Elefantenrennen zweier deutlich übergewichtigen Radfahrerinnen, welche ich zum Glück aber verhindern konnte. Wenn aber dann noch so eine Zeitgenossin mitten auf dem engen Radweg auf der Meiningenbrücke eine Vollbremsung macht, um sich ein vorbeifahrendes Schiff anzuschauen, dann reicht es irgendwann auch mal. Radtouren durch das schöne Mecklenburg-Vorpommern könnten so schön sein, wenn die Radwege frei von solchen Leuten wären. Trotzdem war es mal wieder ein schöner Ausflug, denn das Wetter an diesem Tage war sonnig, die Landschaft ist schon immer schön, die Bilder sind auch gut geworden, nur wird es derzeitig viel zu schnell dunkel.