In diesem Jahr führte mich mein Weg mehrfach in das Ostseebad Binz. Sei es als Zwischenstopp bei meiner Radtour um den kleinen Jasmunder Bodden oder als Aufenthalt bei einer Fahrt mit dem Rasenden Roland. Das Ostseebad Binz bietet aber mehr um nur eine Zwischenstation zu sein, weshalb ich auch einen Trip durch die Museen und Ausstellungen der Gemeinde gemacht habe. Wenn einmal schlechtes Wetter sein sollte, kann man einen ganzen Tag in diesen Einrichtungen verbringen. Diese Ausstellungen sind recht abwechslungsreich und auch recht interessant, wenn man sich für die Thematiken der Ausstellungen interessiert. Ich fuhr wie fast immer mit einem frühen Zug los und sieben Uhr ist eine recht harte Zeit, wenn man am Vortag etwas mehr gebechert hatte. Da die Insel Rügen sehr gute Bahnverbindungen hat, war ich etwa gegen 9 Uhr am Bahnhof von Binz angekommen. Zu dieser Zeit war in Binz noch nicht viel Leben auf der Straße und die Sonne fing an zu scheinen. Das erste Ziel war das Jagdschloss Granitz, welches sich auf einem Berg im Süden des Ortes befindet und von allen Ecken dieses Teils der Insel gut sichtbar ist. Inzwischen ist der Berg stark zugewachsen und die Bäume mussten etwas gestutzt werden, so dass man wenigstens wieder den Turm des Schlosses sehen kann. Der Weg zum Schloss führt durch diesen Wald, welcher zu dieser Tageszeit fast menschenleer war. Etwas anstrengend ist der Weg dort hinauf doch schon, da der Anstieg stellenweise doch recht steil ausfällt. Im Jagdschloss Granitz angekommen kaufte ich mir erst einmal eine Eintrittskarte für das Schlossmuseum, in der man eine interessante Ausstellung über die Geschichte des Schlosses und seiner Erbauer sehen kann. Eine Herausforderung ist der Treppenturm, welchen ich aber nicht bestiegen habe, denn diese durchsichtigen Gusseisernen Treppen sind für mich eine Zumutung. Dafür könnte ich dem Herrn Schinkel, welcher diesen repräsentativen aber für mich nicht nutzbaren Turm errichtet hatte, in den Hintern treten. Ohne Bilder von der wundervollen Perspektive, welche man von der Aussichtsplattform geboten bekommt, bin ich dann den Küstenweg wieder zurück in das Zentrum vom Ostseebad Binz.
Das erste Ziel war die Seebrücke vom Ostseebad Binz, welche zwar recht schlicht gestaltet ist, aber trotzdem recht weit in die Ostsee hineinreicht. Schwieriger war schon die Rettungsstation Binz zu finden, welche sich in der Nähe der Seebrücke befindet, aber leider war der Weg nicht ausgeschildert, so dass ich mich in der Touristenauskunft nach dem Weg erkundigen musste. Der wusste zuerst auch nicht was ich wollte, merkwürdig, denn deswegen fahren auch einige Leute nach Binz, kam aber dann doch auf den Trichter und ich zu meiner Wegbeschreibung. Die Rettungsstation Binz ist sehr futuristisch und wenn man bedenkt wie früh dieses Bauwerk errichtet wurde, dann waren wir in der DDR doch nicht so weit hinterm Mond wie gern behauptet wird.
Da es inzwischen Mittag war begab ich mich zu einem Restaurant an der Strandpromenade von Binz und gönnte mir eine leckere originale Fischsuppe. Gestärkt ging es dann die Strandpromenade entlang, bis sie schließlich zu Ende war und dann am Strand weiter. Das nächste Ziel war das KdF-Bad Prora, welches sich in Prora befindet, welches inzwischen zu Binz gehört. Nur durch Zufall fand ich den richtigen Strandabschnitt, da ich mich nur an meiner ungefähren Schätzung der Wegstrecke Orientierung verlassen konnte, da der Gebäudekomplex hinter den hochgewachsenen Bäumen nicht mehr vom Strand aus zu sehen sind. Das Einzige was man vom Strand aus sehen kann ist der geplante Fähranleger, welcher sich eh am Strand befindet. Vom ursprünglichen Meerblick ier Ferienanlage ist nichts mehr geblieben.
Das erste Ziel in Prora war die Kulturkunstatt Prora, welche einen Museumskomplex beherbergt mit mehreren verschiedenen Ausstellungen. Das größte Museum davon ist das NVA-Museum, welches sich über mehrere Etagen erstreckt. Die Kulturkunststatt hat aber nicht nur militärisches zu bieten, sondern auch andere Dinge. Unter anderem eine Ausstellung über das KDF-Bad Prora und der Organisation Kraft durch Freude, eine kleine Ausstellung über alte Schlösser auf der Insel Rügen und eine Präsentation alter Motorräder. Von allen Museen der Insel Rügen ist die Kulturkunststatt Prora meiner Meinung nach das größte Museum überhaupt, welches sich konzentriert an einem Ort der Insel befindet, denn die Mönchguter Museen verteilen sich ja auf der gesamten Halbinsel. Das Technikmuseum hatte an dem Tag leider dicht, blieb also nur noch das Dokumentationszentrum Prora als letzten Punkt auf der Tagesordnung. Im Dokumentationszentrum Prora zeigt man eine offizielle Ausstellung zur Geschichte des Kdf-Bades Prora und der Organisation Kraft durch Freude. Diese Ausstellung unterscheidet sich deutlich von der aus dem anderen Museum, da hier mehr offizielle Akten und Fotografien zu sehen sind. Das Modell des Seebades ist zudem um ein vielfaches größer.
Nach der Besichtigung dieses Museums ging es dann zurück in die Heimat. Wie man an diesem Ausflug sehen kann, ist das Ostseebad Binz nicht nur für Badeurlaube gut, sondern für etwas mehr Bildung. Wenn man also seinen Urlaub auf der schönen Insel Rügen verbringt, dann sollte man die interessantesten Museen und Ausstellungen ruhig einmal besuchen wenn das Wetter mal nicht so mitspielt, und ich geh selbst bei schönem Wetter in solche Einrichtungen.