Eine Radtour auf der Insel Usedom

Windmühle BenzNach meiner misslungenen Wanderung nach Graal Müritz hatte ich am nächsten Tag keinen Bock mehr auf eine solche Aktion, weshalb ich dann auf mein Fahrrad umgestiegen bin. Während der Woche lohnt es sich eigentlich nicht mit der Bahn weiter wegzufahren, weshalb nur eine Alternative blieb, nämlich die Fahrt mit der Usedomer Bäderbahn auf die Insel Usedom. Die UBB ist ja recht praktisch was das betrifft, denn diese bietet auch Tagestickets hierher an, mit welchen man den ganzen Tag unterwegs sein kann und nicht so wie bei dem Mecklenburg-Vorpommern-Tickets erst ab 9:00 Uhr. Es ging also kurz nach 7:00 Uhr los in Richtung Ostseebad Bansin. Von hier aus wollte ich den Süden der Insel erkunden. Da die Insel Usedom eigentlich nur gut im Norden erschlossen ist, bleibt eigentlich nur eine Radtour, um den Südteil der beliebten Urlaubsinsel kennenzulernen. Ich hätte mir aber besser vorher eine Radkarte kaufen sollen, denn so auf blauen Dunst ist so eine Fahrt etwas ungünstig, da man nur die ungefähre Richtung weiß, in welche man fahren muss.

So kam es auch, dass ich in Bansin den eigentlichen Radweg nicht gefunden habe und mich auf einem Waldweg wiederfand, welcher aber aufgrund des trockenen Wetters genauso trocken und sandig war, dass ich mehrfach mit dem Fahrrad weggerutscht bin. Zudem war der Rest der Strecke, welcher nicht durch den Wald verlief mit Steinen gepflastert und nicht unbedingt im besten Zustand. Leicht genervt, zudem brauchte ich auch recht lange für die Strecke und somit kam der Zeitplan etwas ins Wanken. Nach der Tour durch den Usedomer Wald. In der Gegend des Kölpinsees, kam ich in beschaulichen Dörfchen Benz an. In diesem Ort fand der bekannte amerikanische Maler Lyonell Feininger einige seiner Motive, welcher bei seinen Aufenthalten in Vorpommern gemalt hat. In Benz gab es unter anderem die Kirche und eine Windmühle zu sehen. Da es auf der Insel Usedom auch mit dem Lyonell-Feiniger-Rundweg auch eine Tour zu den von ihm gemalten Motiven gibt, hatte ich so wenigstens meine Orientierung für den nächsten Teil meiner Radwanderung auf Usedom.

Das nächste Ziel war das Wasserschloss Mellentin im gleichnamigen Ort. Eine Besonderheit bei diesem Schloss ist der Brückenzoll, welcher zwei Euro beträgt. Dieses Eintrittgeld bekommt man aber bei im Restaurant angerechnet. Ich bestellte mir aber nur zur Erfischung ein kleines Bier, welches wirklich als klein zu bezeichnen war. So kleine Gläser hatte ich bisher noch nie zu Gesicht bekommen. Wenn Herr Alzheimer mich nicht täuscht waren da nur 0,2 Liter drin. Nach der Besichtigung der Dorfkirche ging es die Straße weiter Richtung Süden. Hier an einer Kreuzung in Richtung Usedom befindet sich der botanische Garten von Usedom. Da die Bepflanzung des Gartens recht flach war, gab es keinen ausreichenden Schatten, weshalb der Rundgang dann doch recht anstrengend war, denn die Sonne brannte in der Mittagszeit doch recht stark.

Angenehmer war zumindest die Fahrt durch den Wald in Richtung Stolpe. Die Bäume spendeten ausreichend Schatten, die sandigen Wege waren aber eine Zumutung was die Befahrbarkeit betraf. Einen Kilometer musste ich mindestens mein Fahrrad schieben, da es nicht mehr anders vorwärts ging. Im Dörfchen Stolpe besuchte ich das gleichnamige Schloss Stolpe, welches derzeitig wieder aufgebaut wird und eine kleine Ausstellung über die Geschichte des Hauses beherbergt. Dann ging es weiter in die Stadt Usedom. Hier besuchte ich erst die Marienkirche und das Anklamer Tor, bevor es in den kleinen Hafen der Stadt ging, nach welcher die Insel Usedom benannt worden ist. Im Hafen gönnte ich mir in dem dort befindlichen Restaurant eine Burger-Kreation mit Räucherfisch. Währenddessen übte eine Schauspieltruppe auf der im Hafen aufgebauten Bühne ein Stück ein, welches bei den Hafenfestspielen Usedom aufgeführt wurde. Mit der Zeit wurde das ständig gleiche Tanzaufführung langweilig, weshalb mit einem Abstecher zum Schlossberg von Usedom in Richtung Pudagla fuhr.

In Pudagla gab es mehrere Dinge. Was an der Straußenfarm so besonders sein soll, dass sie überall Erwähnung findet, konnte ich nicht verstehen. Inder Nähe dieser Farm befindet sich das erste Erfindermuseum in Deutschland. In diesem Museum, welches eine Ausstellung über Erfinder und Erfindungen präsentiert, kann man auch Informationsmaterial mitnehmen, falls man sich für die Produkte interessiert und viele Erfindungen auch vor Ort ausprobieren. Im Ort selber war ich noch bei der Windmühle und dem unscheinbaren Schloss, welches man als solches auf dem ersten Blick nicht seine Geschichte als Witwensitz der pommerschen Herzöge ansehen kann. Nur das große Wappen der pommerschen Herzöge über dem Eingang ist der einzig sichtbare Hinweis auf diese Vergangenheit. Als ich dann letztendlich wieder in Bansin angekommen war und meinen weichen Platz im Zug eingenommen hatte, beschloss ich den nächsten Tag dann doch wieder mal etwas meinen Achtersteven zu schonen und am nächsten Tag die Strecke von Ückeritz nach Koserow zu Fuß zurückzulegen.