Ein Besuch der Insel Vilm

Insel VilmDie schönste Insel im Greifswalder Bodden ist die Insel Vilm. Diese konnte ich im Rahmen eines größeren Betriebsausfluges zum Anlass des 15. Firmenjubiläums besuchen. Bei meinem mehrmonatigen Aufenthalt in Putbus hatte ich sogar einen herrlichen Blick auf die Insel von Küchenfenster meiner Unterkunft, welche sich direkt am Circus von Putbus befand. Wenigstens einen kleinen Trost hatte ich so bei meiner sogenannten Verbannung nach Sibirien, wie ich meine Schulung gerne betitelte, welche mitten im Winter am IT-College in Putbus verbrachte. Aber bevor ich jetzt zu weit abschweife, zurück zum eigentlichen Thema, nämlich dem schönen Ausflug zur Insel Vilm.

Das Wetter in der Woche war etwas sehr feucht, weshalb wir sehr froh waren, dass sich an dem Tag des Ausfluges sich die grauen Wolken verzogen und strahlender Sonnenschein herrschte. Da am nächsten Tag wieder der Regen das Wetter dominierte, passt irgendwie der Spruch welcher Wenn Engel Reisen ist schönes Wetter lautet. Die Frage ist nur wer von uns die Englein waren, welche diesen Sonnenschein provozierten. In einer mehr oder weniger geordneten Wagenkolonne ging es in Richtung Putbus, wobei wir den Weg über die Bäderstraße wählten, einer tollen Allee mit alten Bäumen, herbstlich eingefärbtem Laub und Sonnenstrahlen, welche durch das Blattwerk schienen und so einen romantischen Anblick boten. Leider konnte man bei dem starken Verkehr keine Bilder von der Kastanienallee machen. Vom Circus von Putbus ging es dann direkt bis zum Hafen von Lauterbach, welcher auch zur Stadt Putbus gehört.

Nach und nach trudelten die letzten Kollegen ein, zum Glück auch alle pünktlich, so dass wir vollzählig das Motorschiff Julchen besteigen konnten, welche und zum Anleger der Insel Vilm brachte. Auf der kleinen Insel angekommen gab es erst einmal eine Belehrung über die Regeln, welche in diesem Naturschutzgebiet herrschen sowie eine Einführung in die Geschichte der Insel Vilm, bevor es zu der kleinen Feriensiedlung ging, welche Walter Ulbricht auf dieser Insel errichten ließ. So imposant waren diese Häuser gar nicht, wie man eigentlich hätte annehmen können. Der Reiseleiter erzählte einiges über die Errichtung der Gebäude und bestimmte Anekdoten, welche während der Nutzung der Insel als Feriendomizil geschehen sind.

Nach der Besichtigung der Siedlung gab es dann deutlich mehr Natur auf der Route über den Ostteil der Insel zu sehen.
Die Insel Vilm hat sehr viele alte Eichen und andere Bäume zu bieten, welche einen schönen Anblick bieten. Kein Wunder dass die Insel Vilm auch den Namen Malerinsel abbekommen hat, da hier sehr viele Künstler herkamen und Bilder gemalt haben. Der bekannteste dürfte der größte Maler der Romantik Caspar David Friedrich gewesen sein, der hier viele Motive gefunden hat. Den schönsten Ausblick bekam man von der Steilküste hinunter zu einer Bucht, in welcher sich der sogenannte Waschstein befindet, ein riesiger Findling, an dem früher die Wäsche gewaschen wurde. Leider kann man heutzutage nicht mehr an den dortigen Strand, da auf dem Gebiet der Insel Vilm des Baden verboten wurde. Da hat man schon einen so schönen Strand vor Augen und dann dürfen dort doch nur die Möwen draufkacken.

Die Ostküste war etwas flacher und man konnte von hier aus eine Vogelkolonie beobachten, welche auf den Sandbänken vor der Insel in riesigen Gruppen zusammenhockte. Von hier konnte man auch auf die Insel Rügen blicken und erstaunlich war zu Erfahren, dass selbst Wildschweine die Untiefen ausnutzen, welche zwischen den beiden Inseln existieren, um so auf die Insel Vilm zu gelangen, um sich hier an den unzähligen am Boden liegenden Eicheln zu laben, welche die vielen alten Eichen im Herbst verlieren. Zum Abschluss der Reise gab es noch im Restaurant Boddenblick in Lauterbach ein Mittagessen und einen Umtrunk, bis es dann wieder geschlossen in Richtung Heimat ging. Von allen Inseln in Mecklenburg-Vorpommern ist die Insel Vilm die natürlichste Insel, weshalb ich jedem Naturfreund einen Ausflug zu dieser schönen Insel empfehlen kann.