Für gewöhnlich plane ich meine Ausflüge bis ins Detail. Fahrpläne, Stadtpläne und eine To-Do-Liste sind das Mindeste in Informationsmaterial, welches nach einer solchen Planung Platz in meinem Rucksack findet. Es ist fast immer so als ob ich einen Feldzug planen würde, was einige Leute immer frech kommentierten. Also dachte ich mir, dass ich auch mal ganz spontan sein und mich auf ein Abenteuer einlassen sollte. OK, einen Stadtplan von Graal-Müritz habe ich mir ausgedruckt, das war es dann aber auch schon. Pünktlich kam ich in Gelbensande an. Dort gibt es das ehemalige Jagdschloss Gelbensande, welche sich die Herzöge von Mecklenburg-Schwerin in die Rostocker Heide haben bauen lassen. Pünktlich um 9:00 Uhr stand ich auf der Matte, kurz darauf mit enttäuschter Miene. Wie war das mit dem geöffnet haben ab 11:00 Uhr? Also ging es zurück zum Bahnhof mit dem nächsten Zug nach Graal-Müritz und dann später von dort aus zum Jagdschloss zurück. Fast 2 Stunden Wartezeit bis zum nächsten Zug, da kann man ja gleich zu Fuß laufen. Was ich dann auch getan habe, denn bis zum Ortseingang von Graal-Müritz waren es angeblich nur acht Kilometer zu laufen. Wenigstens hatte ich meinen MP3–Player mit dabei, denn die Strecke war recht langweilig. Bäume, Bäume, Bäume und fast nur gerade Wege. Nicht wirklich etwas interessantes, nur ab und zu mal ein paar Radfahrer, welche ich in meiner Situation um ihren fahrbaren Untersatz beneidete. In Graal-Müritz angekommen erkundete ich erstmal den Ort, welchen ich etwas länger nicht mehr besucht hatte. Nach dem Besuch der Seebrücke ging es dann erstmal nach einer Stärkung in den schönen Rhododendren-Park von Graal-Müritz bevor ich zum Heimatmuseum ging. An zwei Sonntagen haben sie auf, es war sogar der Sonntag an dem ich da war. Aber wieder war ich stundenweise zu früh da. Toll, als ob die meinen Besuch geahnt hätten.
Auf dem Bahnhof des Seebades gab es keinen Fahrplan. Also die Auskunft angerufen und die angeblichen drei Stunden bis zum nächsten Zug wollte ich dann doch nicht laufen. Den Bus konnte ich auch nicht nehmen. Er war schon vor ein paar Minuten weg und sollte an diesem Tag keinen Nachfolger mehr bekommen. Man war ich zu dem Zeitpunkt sauer und geladen. Also zu Fuß los und kurz nach dem Ortsausgang sehe ich einen Zug an mir in Richtung Rostock vorbeifahren. Da bezahlt man einen Hufen Geld für eine Auskunft bei der Bahn und diese dämliche Trulla am anderen Ende der Leitung ist dann zu doof ihren Computer richtig zu bedienen und mir den Rat zu geben besser zum Hauptbahnhof von Graal-Müritz zu gehen, da bei dieser Haltestelle nur manchmal ein Zug anhält.
Also weitergelaufen und gelaufen … bis zum nächsten Ort waren es angeblich nur zehn Kilometer. Die Hitze an dem Tag war belastend und die Landschaft der Rostocker Heide noch langweiliger als auf dem Hinweg. Als einzige Sehenswürdigkeit gab es noch einen ehemaligen Wall eines Feldlagers des General Wallensteins aus dem dreißigjährigen Krieg. Nach zwei Stunden Fußmarsch war ich endlich angekommen, aber ich musste noch weiter bis nach Rövershagen. Aus den angeblichen zwei Kilometern wurden dann locker fünf. Im Ort angekommen musste man den Bahnhof suchen. Ausgeschildert war er nicht, also musste ich eine Frau nach dem Weg fragen. Die Rechts- und Links-Problematik von Frauen wurde mir an diesem Tag deutlich bewiesen. Dank dieser Auskunft bin ich in die völlig falsche Richtung und verpasste meinen Zug um fünf Minuten. Jetzt war ich für gut zwei Stunden in diesem Kaff verschollen. Zu Karls Erdbeerhof mochte ich dann auch nicht mehr hin, denn den letzten Zug in Richtung Heimat wollte ich nicht auch noch verpassen. Wenigstens gab in Rövershagen einen kleinen Imbiss, welcher noch auf hatte, so dass ich wenigstens meinen Hunger stillen konnte.
Und was lernt man aus einer solchen frustrierenden Geschichte? Eine gute Planung ist alles, die Bahnauskunft taugt nur um die Telefonrechnung zu erhöhen und bestimmte Leute sollte man niemals nach dem Weg fragen.