Als ich das letzte Mal in der kleinen mecklenburgischen Stadt Dargun weilte, war der alljährliche Mittelaltermarkt angesagt. Da man von meiner Heimatstadt Greifswald aus mit den öffentlichen Verkehrsmitteln für diese relativ kurze Entfernung nur etwas über sechzehn Stunden benötigt, eine geradezu lächerlich kurze Zeit, denn zu Fuß wäre man schneller dort, nahm ich gerne die Einladung an, welche mir Andreas bei wöchentlichem Stammtisch im Weinhaus machte. Er musste geschäftlich dahin und da bot es sich an, diese Fahrt auch mit etwas an Freizeitaktivitäten zu verbinden. Volksfeste sind auch mal eine schöne Abwechslung und einige dieser Mittelaltermärkte sind nicht so stark von Lauten überlaufen, wie beispielsweise das Fischerfest in Greifswald, die Wallensteintage in Stralsund oder die Hanse Sail in Rostock, so dass ein Besuch dieser meistens recht familiär anmutenden Feste recht angenehm und spaßig verlaufen kann. Wir fuhren aus Greifswald früh los, so dass unsere Ankunft in Dargun etwa eine Stunde vor dem Beginn der eigentlichen Veranstaltung war. Einen Parkplatz zu bekommen war zu diesem frühen Zeitpunkt kein Problem, da wir zu den ersten Gästen des Mittelaltermarktes zählten. Der Parkplatz befand sich gleich neben der Kloster- und Schlossruine Dargun, so dass wir nicht lange zum eigentlichen Ziel laufen mussten. Für gewöhnlich muss man für die Besichtigung der Ruine Eintritt bezahlen, an diesem Tag kamen wir umsonst herein. Im Südflügel des Gebäudekomplexes befand sich eine Ausstellung über die Geschichte des Klosters Dargun, aus welchem das Kloster Hilda hervorging, welches man heute als die Klosterruine Eldena kennt, welche eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Greifswald ist. Da noch recht wenige Leute auf dem Gelände der Kloster- und Schlossruine in Dargun waren, konnte man fast ungestört schöne Bilder von der imposanten Ruine machen.
Anschließend bummelten wir noch durch den kleinen Klostergarten, den Schlosspark und am See entlang, bevor es wieder zurück zum Mittelaltermarkt ging, welcher inzwischen schon eine Menge Besucher angezogen hatte. Ab und zu gab es einige Showeinlagen mit mittelalterlichen Musikanten und Schaukämpfe mit Rittern und einer Ritterin, welche einen Fan unter uns beiden gewann. Ich verrate aber nicht wer von uns beiden das war, ich jedenfalls war es nicht. Für mich war die kulinarische Komponente bei diesem Fest sehr viel wichtiger als Frauen in Uniformen beziehungsweise Rüstungen. So gab es unter anderem lecker Schwein vom Spieß und Bier von der Darguner Brauerei, welche ein Sponsor für diese Veranstaltung war und deutlich niedrige Preise für ihre Erzeugnisse verlangten. Die Kloster- und Schlossruine Dargun ist eine schöne Kulisse für solche Festlichkeiten. Und als kleines Souvenir gab es noch einen Nachdruck einer mittelalterlichen Stadtansicht meiner Heimatstadt.