Dass ich vor einiger Zeit ein paar Monate in Putbus auf der Insel Rügen weilte, dürften die wenigsten wissen. Ich war dort gut dreieinhalb Monate auf einer Weiterbildung beim IT College, welches direkt am Circus zu finden ist. Begeistert war ich nicht unbedingt davon, war dieser Aufenthalt doch zu einer Zeit, zu der die meisten Leute eigentlich nur unfreiwillig auf dieser Insel Urlaub machen würden. Dreieinhalb Monate in Putbus ist ja fast schon genug Zeit um dort als Einheimischer gelten zu können, aber nur fast, denn in Pommern gehen die Uhren gewöhnlich anders. Appropo Uhren. In der Stadt Putbus gibt es ein historisches Uhren und Spielgerätemuseum, welches ich an einem Tag besucht habe, als ich etwas mehr Zeit übrig hatte. Die beiden Betreiber sind ein Ehepaar welches aus dem Westen hergezogen weil sie sich in diese kleine verschlafene Stadt auf der Insel Rügen verliebt haben. Man sollte sich diese Sammlung ruhig einmal anschauen, da man als Besucher auch eine interessante Führung geboten bekommt. Mir hat es jedenfalls in diesem Museum gut gefallen. Das örtliche Puppenmuseum im ehemaligen Affenhaus sieht von außen kleiner aus, als es im Inneren wirklich ist. Interessant ist die Ausstellung trotzdem, der Schwerpunkt liegt aber mehr auf Puppen, ist daher auch für Mädchen eher interessanter.Einige schöne Ecken gibt es in Putbus auch. Wenn es mal etwas besseres Wetter gab wanderte ich gerne durch den Schlosspark. Wenn noch keine Saison ist, dann hat man den Schlosspark fast für sich alleine. Den einzigen richtigen Pluspunkt, mit welchen die Stadt Putbus aufwarten kann, ist das Residenztheater, in welchem ich mehrere Aufführungen gesehen habe. Unter anderem gab es ein Stück von Hans Fallada in einer Inzenierung vom Theater Vorpommern und zwei schöne Gastauftritte. Natürlich war es ausschließlich Kabarett. Der erste Auftritt war von den Oderhähnen aus Frankfurt an der Oder, der Zweite von der Herkuleskeule aus Dresden.
Wanderungen und Radfahren machte ich des öfteren. Einmal fuhr ich von Putbus aus über Bergen nach Ralswieck und zurück. Eigentlich sollte es eine Tour um den kleinen Jasmunder Bodden werden, aber an diesem Tag war der Wind einfach zu stark. Die Tour machte ich aber ein paar Tage später aber doch noch, nur entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn. Es ging von Putbus zum Jagdtschloss Granitz, davon brauchte ich ein besseres Bild, über das Ostseebad Binz und Prora. Dort besuchte ich die Feuersteinfelder, welche aber recht umständlich zu erreichen waren. Über Lietzow und Bergen ging es dann zurück nach Putbus. Aber auch mehrmals ging es in den Goor. Das ist ein Waldgebiet südlich von Putbus, welches direkt am Greifswalder Bodden liegt und einen tollen Blick auf die kleine Insel Vilm bietet, welche vor der Küste von Rügen gelegen ist. Mein Hobby während der meisten Zeit waren aber die Restaurants in Putbus und Umgebung. Darüber schreibe ich aber ein andermal.