Dieses Wochenende war die Hanse Sail in Rostock angesagt. Der Wetterbericht sagte nicht unbedingt das beste Wetter voraus, aber der Samstag sollte zumindest trocken bleiben. Ich fuhr ausreichend früh los, damit ich gegen 9.45 an der Westmole von Warnemünde mir ein gutes Plätzchen zum Fotografieren der alten Windjammerer sichern konnte. Der Himmel in Warnemünde war grau, der Wind kam von Norden und war zudem sehr stark. Ohne Jacke konnte man es dort nicht aushalten. Die Segelschiffe fuhren pünktlich los. Zuerst die großen Segelschiffe aus Russland, leider nur mit Motorenkraft. Es waren bei der diesjährigen Veranstaltung recht viele Schiffe aus den Niederlanden mit von der Partie, wie man an den Flaggen sehen konnte. Auf das Segelschulschiff Greif musste man sich zweieinhalb Stunden gedulden, da es eines der letzten den Hafen von Warnemünde verließ. Anschließend bummelte ich etwas über die Promenaden des Seebades, bis mit etwa gegen halb zwei auffiel, dass schon einige Segelschiffe Kurs auf den Hafen von Rostock-Warnemünde genommen hatte. Es war jedenfalls eine gute Entscheidung wieder zur Mole zurück zu gehen, denn der offizielle Terminplan der Hanse Sail an diesem Tag stimmte wohl nicht. Statt ab 15 Uhr, wie im Plan angegeben, kamen sie schon mehr als eine Stunde früher wieder zurück. Auf der Ostseite der Warnow brach zum Glück dann auch noch die Wolkendecke auf, so dass etwas blauer Himmel hervorschaute und einige Sonnenstrahlen die Schiffe erhellten. Hätte ich auf der anderen Seite gestanden hätte ich grauen Himmel auf meinen Bildern gehabt. Die Einfahrt der Schiffe ging deutlich schnell vonstatten, die Bilder wurden auch deutlich besser. Dabei konnte ich dann auch mehrere Segler auf dem Museumshafen Greifswald sehen, welche bei der vorherigen Ausfahrt nicht dabei waren. Jedenfalls hatte ich sie während der ersten Stunden nicht an mir vorbeifahren sehen. Das Segelschulschiff Greif, welches leider schon die Segel gerafft hatte, kam, wie sollte es anders zu erwarten gewesen sein, als eines der letzten Schiffe in den Hafen.
Auf die Krusenstern habe ich aber nicht mehr gewartet, auf sie hätte man mindestens zwanzig Minuten warten können und da die Segel gerafft waren, wäre es eh nicht mehr das perfekte Motiv geworden. Nach einen kurzen Abstecher auf den Rummel an der Mole, der länger dauerte, da der direkte Weg gesperrt war, ging es mit einer Stunde Verspätung zum Stadthafen von Rostock. Dort schaute ich mir die Nachbauten der Hansekoggen an, von denen man sogar eine Kogge besichtigen konnte. Dort gab es auch einen Mittelaltermarkt, der aber meiner Meinung nach recht dürftig fand. Aber wenigstens gab es dort auch das leckere Honigbier. Die Rückfahrt war wieder ziemlich belastend, der Zug war brechend voll. Würde diese Tatsache nicht sein und noch ein Zug am späten Abend fahren, dann hätten wir bahnreisenden Vorpommern etwas mehr von der Hanse Sail in Rostock.